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Letztes Update 08.12.2007
30. April 2006
Im April waren zuerst Lissy und eine Woche später Micki von uns gegangen. Es war ausgesprochen ruhig geworden, da es zwischen Pici, Leon und Molly überhaupt gar keine Reibereien gab, was bis zum Zeitpunkt von Lissys Tod nicht immer gewährleistet war. Um ehrlich zu sein, ich vermisste die beiden von uns gegangen Mädels und fühlte mich ausgesprochen unausgelastet. Bedingt durch die veränderten Lebensverhältnisse, Arbeitslosigkeit meines Mannes, übergehend in den Vorruhestand, hielten wir es aus Kostengründen für vernünftiger, zu den verbliebenen drei Hunden keinen weiteren anzuschaffen.
Ich konnte mich jedoch mit diesem besonnenen Beschluss nicht anfreunden und setzte mich immer wieder vor den Computer, um im Internet nach einem armen, alten, kranken und/oder behinderten Hündchen Ausschau zu halten. Vielleicht war ja ein Hund dabei, für den ein Gnadenbrotplatz gesucht wurde.
Aber niemand schien eine Pflegestelle auf Gnadenbrotbasis zu suchen. Trotzdem gab ich nicht auf, guckte weiter im Internet und irgendwann sah ich dieses Bild von einem kleinen Hündchen auf Granada ....
Mein Herz machte einen Hüpfer, als ich dieses putzelige kleine Geschöpfchen mit seinen großen Augen und Ohren sah. "Lupy" hieß dieses Mäuschen, was dem Tod in einer Tötungsstation entronnen war. Da der kleine Mann zwischen 9 und 12 Jahre alt sein sollte, ich mir aber keinen vierten Hund leisten konnte, fragte ich die Verantwortliche einer mit uns befreundeten Tierschutzorganisation, ob sie Lupy nicht zur Vermittlung aufnehmen wolle, da er in dem Alter wohl kaum eine große Chance habe, von Spanien aus überhaupt vermittelt zu werden.
Zu meiner großen Freude bekam ich zur Antwort, ja, man würde Lupy aufnehmen, wenn ich als Gnadenbrot-Pflegestelle zur Verfügung stünde. Ich konnte mein Glück nicht fassen, so ein "Geschenk" gemacht zu bekommen .... Sofort setzte ich mich mit der Tierschutzorganisation "Alter Hund - na und?" http://www.alterhundnaund.de, auf deren Homepage Lupy stand, in Verbindung. Leider gab es mit der Organisation in Spanien, wo Lupy auf einer Pflegstelle saß, dann noch einige Verständigungsschwierigkeiten, die aber dank Hilfe von "Alter Hund - na und?" beseitigt werden konnten. Nun stand nichts mehr dem Kommen von Lupy im Wege!
Aber wie und wann sollte Lupy endlich hier in Düsseldorf ankommen? Ich überlegte, wie bereits bei Molly aus Sardinien, ob ich nicht hinfliegen sollte. Meine Angst vor dem Fliegen und das trotz Billigflugangeboten teure Flugticket hielten mich davon ab. Während ich noch überlegte, wie Lupy so schnell wie möglich eingeflogen werden könnte, erhielte ich die Nachricht "Lupy kann Sonntag fliegen ..."! Das hieß, Lupy wäre in zwei Tagen hier. Natürlich sagte ich sofort zu und fieberte der Ankunft entgegen.
Dann war es soweit ... - Mein Mann und ich stiegen Sonntag, 30. April 2006, gegen kurz vor 12:00 Uhr zusammen mit Molly ins Auto. Molly begleitet uns meistens, da sie sonst zu Hause lautstark das Haus abreißt. Am Flughafen mussten wir eine ganze Weile warten, bis endlich jemand den Gepäckwagen bepackt mit Kendelboxen und Hunden in Taschen aus der *Ankunft* heraustrat. Obenauf saß mein Lupy in der Tasche, nur sein Köpfchen schaute heraus und schon rief ich "das ist mein Lupy!!!".
Schnell machten wir uns mit Lupy und den freundlichen Flugpatendamen bekannt. Auch die anderen, die einen Hund erwarteten, wurden begrüßt. Mein Mann und ich erhielten als erstes unseren Hund und die entsprechenden Papiere dazu und machten uns auf den Weg nach Hause.
Zu Hause angekommen, gingen mein Mann, Molly und Lupy in den Garten, während ich Leon und Pici holte. Es gab ein großes Hallo im Garten, Pici meckerte ein bisschen, wie er es gewohnt ist und dann stellten wir fest, Lupy musste sich in Leon augenblicklich verliebt haben. Schon auf dem Weg ins Haus ließ er keinen Blick von Leon und verfolgte ihn auf Schritt und Tritt. Fanden wir das eigentlich ganz niedlich, so tat sich mit diesem Verliebtsein doch ein Problem auf, denn Leon fand das gar nicht prickelnd und beschwerte sich nach einiger Zeit.
Lupy war süß, aber Lupy war verliebt in einen Rüden, der seine Liebe nicht erwiderte und unter dem Zustand zu leiden begann. Beim Tierarzt bekam Lupy eine Hormon-Spritze, "chemische Keule" genannt, die das Problem lösen sollte. Jedoch blieb die Wirkung der Spritze aus und so entschlossen wir uns, Lupy kastrieren zu lassen.
Ich hatte schon ein sehr schlechtes Gewissen, dem alten Hund das anzutun, denn es war nicht sicher, ob Lupy daraufhin wirklich von Leon ablässt. Der Tag der OP kam und neben der Kastration wurden noch die Zähne saniert und eine verwundete Pfote behandelt. Lupy überstand alles tadellos und konnte von mir und meinem Mann mittags aus der Tierklinik abgeholt werden.
Zuerst einmal musste Lupy seinen "Hut" anbehalten, durfte aber ohne ihn futtern, denn das ist mit Hut für einen Hund doch recht kompliziert. Schon einen Tag nach seiner Operation konnte er hin und wieder ohne diesen Trichter auf seinem Kopf herumlaufen und liegen. Lupy war sehr brav und ging fast gar nicht an seine Wunden. Aber das beste war, Lupy interessierte sich nicht mehr unentwegt für Leon. Die Situation entspannte sich im Nu und Leon ging wieder unbehelligt seiner Wege.
Nun haben wir mit Lupy einen tollen Kumpel für unser kleines Rudel gefunden. Alle sind zufrieden und glücklich miteinander. Eigentlich bleibt nun nur noch zu hoffen, dass uns unser neues Familienmitglied ganz lange erhalten bleibt und Lupy ururalt wird.
August 2007
Lupy, der mittlerweile in Snoopy, Snoopy-Lupy oder Snoopy-Lu umgetauft wurde, hat sich prächtig bei uns eingelebt und ist nicht mehr wegzudenken. Ein liebenswerter und wundervoller kleiner Kerl.
Anfang April bin ich mit Snoopy-Lu, Pici, Leon und Molly in unser neues Haus in Waldbröl eingezogen, denn das Haus in Düsseldorf haben wir zwischenzeitlich verkauft. Mein Mann und die Katzen zogen Ende April ein, ihnen folgte der Umzugswagen mit unserem ganzen Hab und Gut.
Snoopy fühlt sich im neuen Zuhause sichtlich wohl und genießt die vielen Aufenthalte auf der Terrasse, an die unsere Katzen-Voliere anschließt und auf die er ein und ausgehen kann, wann immer er möchte. Unser Haus hat keine Treppen und ist für alle Hunde, behindert und etwas älter, bestens geeignet.
Landschaftlich ist es hier herrlich und Snoopy-Lupy geht gerne spazieren, was wir im Herbst hoffentlich noch oft tun werden. Im Sommer ist es für Snoopy zu warm, da sein Herzchen dann zu sehr in Anspruch genommen wird.
Dezember 2007
Im letzten Halbjahr hat unser "Oldie" Snoopy-Lupy die Chef-Etage erklommen und hat hier unter den Hunden das Sagen. Sogar Molly, die bisher diese Stellung eingenommen hat, arrangiert sich mit der neuen Situation. Allerdings ... - so hin und wieder muckt sie denn doch einmal auf, was Snoopy jedoch immer ahndet, indem er Molly einfach nur umschmeißt und sie kurz mit einer Pfote in Schach hält. Seine Zähne setzt Snoopy nicht ein und Leon darf auch mal in ihn hineinlaufen, ohne dafür eine Rüge zu erhalten.
Snoopy-Lupy ist ein individueller Schatz, der ein gutes Sozialverhalten an den Tag legt und immer aufmerksam alles um sich herum verfolgt und beobachtet. Kommt schon mal hündischer Besuch, so passt er mutig auf sein Rudel auf und verteidigt es auch, wenn er es für nötig hält. Snoopy weiß genau, was als Boss von ihm verlangt wird und erfüllt seine Aufgabe mit Bravur.
Leider hat uns Lupy am 6. April 2009 verlassen. Wir haben ihn schrecklich lieb und werden ihn niemals vergessen!
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